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Hawkwind

Church of Hawkwind

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982
Besonderheiten/Stil: Spacerock
Label: RCA (CD: DoJo Limeted)
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dave Brock Vocals, Guitar, Keys, Bass
Huw Lloyd-Langton Guitar
Harvey Bainbridge Bass, Keys, Vocals
Martin Griffin Drums
Alan Davey Bass, Keys (7,11)
Richard Chadwick Drums (7,11)

Gastmusiker

Marc Sperhauk Bass
Madam X Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Angel Voices   (1) 1:21
2. Nuclear Drive   (2) 3:39
3. Star Cannibal   (3) 5:32
4. The Phenomenon of Luminosity   (4) 2:40
5. Fall Of Earth City   (5) 3:24
6. The Church   (6) 1:32
7. Identimate   (Bonus, 1993) 3:46
8. Some People Never Die   (8) 3:53
9. Damage Of Life   (Bonus) 5:50
10. Experiment With Destiny   (10) 2:32
11. Mists Of Meridin   (Bonus, 1993) 5:13
12. Looking In The Future   (12) 4:04
13. Joker At The Gate   (7) 1:51
14. Light Specific Data   (9) 3:49
15. The Last Messiah   (11) 1:27
Gesamtlaufzeit50:33


Rezensionen


Von: Heiko Westhagen @ (Rezension 1 von 2)


"Church of Hawkwind" ist unverständlicher Weise wohl eines der unbekanntesten Studio-Alben der Band.

Als Hawkwinds zweite Veröffentlichung auf RCA, und somit zwischen Sonic Attack und Choose Your Masques gelegen, unterscheidet sich das Album doch stark von Vorgänger und Nachfolger.

"Church of Hawkwind" ist sehr ruhig gehalten, mit vielen gesprochen von Keys untermalten Passagen. Ebenfalls ist es bei weitem nicht so überproduziert und den Achtzigern verfallen wie die beiden anderen RCA Scheiben.

Das mag wohl daran liegen, dass es sich im Wesentlichen um Songs handelt, die eigentlich für ein Brock-Soloalbum gedacht waren. Zum Jahreswechsel '81 zu '82 aufgenommen, hatte die Band wohl einigen zeitlichen Druck, zudem auch Drummer Griffin an den Masern erkrankt war.

Die CD Veröffentlichung wirft die ursprüngliche Reihenfolge der Tracks ab der 2. Seite der LP ziemlich durcheinander (die Orginalreihenfolge habe ich oben vermerkt). Zusätzlich gibt es noch drei Bonustracks, davon sind jedoch zwei erst 1993 aufgenommen worden.

Leider schaffte es keiner der Songs dauerhaft ins Live-Repertoire der Band, wohl auch ein Grund, warum die Scheibe bis heute oft übersehen wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.12.2005
Letzte Änderung: 26.12.2005
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Soviel also zur Kontinuität: Obwohl "Church Of Hawkwind" praktisch in der gleichen Besetzung wie noch "Sonic Attack" aufgenommen wurde und damit der kreative Kern Brock-Lloyd-Langton-Bainbridge vom "Levitation"-Album damit immer noch am Ruder ist, klingt das Album doch nochmals eine ganze Ecke gewöhnungsbedürftiger. Das liegt möglicherweise am kuriosen Aufbau von "Church Of Hawkwind": Intros bzw. Zwischenstücke ziehen sich durch das gesamte Album und rahmen damit die eigentliche Songs ein. Das ist insofern ungewöhnlich, dass derartiges Material hier nicht mehr aus netten Instrumentalnummern besteht, sondern neuerdings aus Collagen aus elektronischen Soundeffekten und vielfach geschichteten Samples sowohl aus der Raumfahrt als auch aus der Politik. Hier gibt es sowohl John Glenns Bericht über die um die Friendship-7-Kapsel schwirrenden ominösen fireflies zu hören ("The Phenomenon Of Luminosity") als auch Berichte über das Attentat auf Robert F. Kennedy ("Some People Never Die"). Na ja, teilweise ("The Phenomenon...") ist das ganz nett, aber der Großteil dieser Stücke verursacht eher Kopfschütteln, anstatt gekonnte Überleitungen zu schaffen.

Die Songs an sich sind dagegen wieder eine Spur simpler ausgefallen als noch auf den beiden Vorgängeralben. "Nuclear Drive" ist eine äußerst einfache Nummer, die musikalisch kaum ergiebiger ist als das selige (?) "Orgone Accumulator", wenn auch den spieltechnischen Standard der Calvert-Jahre hält. "Star Cannibal" erinnert in fast jeder Hinsicht an "Uncle Sam's On Mars" (die Textzeile "America has left the Moon" erwarte ich jede Sekunde), verharrt aber über die gesamte Spielzeit ebenfalls auf seinen paar recycleten Ideen und wagt gerade mal eine halbe Minute vor dem Ende den Ausbruch. Besser ist da das rhythmisch überzeugende und mit netter Gitarrenarbeit unterlegte "Fall Of Earth City", das angesichts der Textrezitation anstelle von Gesang ein bisschen wie die Hawkwind-Variante von zeitgenössischen King-Crimson-Nummern wie "Neurotica" wirkt.

Der echte Klopper ist dann die B-Seite der Orignal-LP: Erstmal zwei Zwischenstücke, bis es mit "Light Specific Data" weitergeht. Und das ist auch noch eine jam-artige Instrumentalnummer. Hmpf. "Experiment With Destiny" ist dann insofern bemerkenswert, dass die wunderschöne "Sonic Attack"-Schwelgerei "Virgin Of The World" wieder aufgegriffen wird, und "The Last Messiah" ist ein weiteres Zwischenspiel. Das abschließende "Looking For The Future" ist dann sage und schreibe der dritte "richtige" Song auf "Church Of Hawkwind". Als ob das nicht genug wäre, wird hier auch noch der Text von "Assault & Battery" zitiert. Na ja, ansonsten passt diese Nummer zu den ganzen straighten Stücken von "Sonic Attack". Hier, auf "Church Of Hawkwind", beschließt sie eine recht kuriose LP.

Fazit also: "Church Of Hawkwind" ist ein reichlich zerfahrenes Album. Die ganzen kurzen Stücke können kaum eine nennenswerte und stringente Stimmung aufbauen, sondern wirken dem Zusammenhang des Albums eher entgegen. Und abseits davon fällt noch auf, dass gleich mehrere Songs ein- und ausgefadet werden. "Star Cannibal" und "Fall Of Earth City" beginnen und enden damit jeweils im Nichts und tragen einen gewissen skizzenhaften Charakter. Das passt zwar zum restlichen Charakter des Albums, ändern aber nichts daran, dass "Church Of Hawkwind" als Ganzes kaum überzeugen kann.

Anmerkung: Ich habe mich hier an der Originalreihenfolge der Stücke orientiert. Womit dann angesichts der Tracklist noch mehr zur Verwirrung beigetragen wäre...

Anspieltipp(s): Fall Of Earth City, The Phenomenon Of Luminosity
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.7.2012
Letzte Änderung: 15.3.2013
Wertung: 7/15
Ein paar nette Ideen, ansonsten viel Stückwerk, mit Betonung auf "Stück"

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hawkwind

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Hawkwind 8.00 3
1971 In Search of Space 9.25 4
1972 Doremi Fasol Latido 9.00 3
1973 Space Ritual 12.00 3
1974 Hall of the Mountain Grill 11.33 3
1975 Warrior on the Edge of Time 10.67 3
1976 Astounding Sounds, Amazing Music 9.00 2
1977 Quark, Strangeness And Charm 11.50 2
1978 25 Years On 7.00 1
1979 PXR 5 9.50 2
1980 Live '79 11.00 1
1980 Levitation 13.00 2
1981 Sonic Attack 10.00 2
1982 Choose Your Masques 5.00 1
1985 The Chronicle of the Black Sword 9.50 2
1986 Live Chronicles 10.33 4
1988 The Xenon Codex 8.00 2
1990 Space Bandits 10.00 3
1991 Palace Springs 11.00 1
1992 Electric Tepee 10.00 1
1993 It Is The Business Of The Future To Be Dangerous 11.00 1
1994 California Brainstorm 10.00 1
1994 The business trip 11.00 1
1996 Love in Space 9.00 1
1997 The 1999 Party 8.00 1
1998 In Your Area 11.00 1
1999 Complete '79 Collector Series Vol 1 7.50 2
2000 The Chronicle of the Black Sword (DVD) 7.00 1
2001 Yule Ritual - London Astoria 29.12.00 10.50 2
2002 Canterbury Fayre 2001 12.00 1
2004 In Concert - Out of the Shadows (DVD) 10.00 1
2005 Take me to your leader 13.00 1
2010 Blood of the earth 10.00 1
2012 Onward 10.00 1
2016 The Machine Stops 10.00 1

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