Opus
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Alessio Guerriero |
vocals, electric & acoustic guitars, bass |
| Andrea Picciau |
keyboards, piano |
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| Andrea Iddas |
bass (on tracks 1,5,7) |
| Roberto Diomedi |
drums, percussion |
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Gastmusiker
| Sandro Sanna |
loops, percussions (on tracks 3, 7) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
A crown of gold
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8:03
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| 2. |
Reality show
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9:48
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| 3. |
Sailing to Caralis
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3:18
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| 4. |
Opus
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7:08
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| 5. |
Glorious
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8:56
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| 6. |
The tale of the black cloak
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9:12
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| 7. |
Carol
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4:32
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| 8. |
In the park
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8:05
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| Gesamtlaufzeit | 59:02 |
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Rezensionen

Dieses Cover lässt mich schon mal nicht los ? die Musik schon eher, aber dazu später. Aber dieses Cover: vier alte, bärtige Männer stehen wie bei einem Ritual um ein Gefäß herum, in dem etwas drin ist. Zunächst könnte man das Ritual für eine Taufe halten (vor allem, weil einer der Männer eine Art Gebetbuch in der Hand zu halten scheint), und da wundert man sich schon: wenn es solcher Greise bedarf, um eine Taufe zu zelebrieren, könnte das eine Warnung vor der Überalterung der Gesellschaft sein. Aber nein, das ist ja gar keine Taufe und auch kein Taufbecken: es ist ein Kessel über Feuer, und darin steckt ein kleines fauchendes Monster. Wenn Rosemary?s Baby im ?Village? geboren worden wäre (dem Village aus dem gleichnamigen Film von M. Night Shyamalan), hätte ihm Ähnliches widerfahren können.
Dieses Bild, das so in etwa (allerdings detailfreudiger) auch Paul Whitehead hätte entworfen haben können, wirkt auf mich fast sinnbildlich für den Retroprog von heute: dann stünden die Greise für die überalterte Progszene und das kochende Monster für den Prog, wie er mal war. Was macht man nun damit? ? Ihn drangsalieren, auf dass er aggressiv und rabiat wiedergeboren werde? Aber womit soll man ihn zur Wiedergeburt beschwören? Die alten Zauberformeln in alten Büchern scheinen nicht mehr zu helfen. Also lässt man ihn erstmal kochen, bis etwas passiert. Aber was könnte passieren? ? Wenn er den Kessel, also sein Gefängnis, verließe, gefiele er den Alten wahrscheinlich nicht mehr (er ist immerhin ein Monster). Und wenn man ihn langsam verkochen ließe, verlöre er zum Schluss wohl sogar seine Zähne. Dann könnte man ihn freilich immer noch verwursten und aufessen ? und dann schmeckte er wie Klonprog?;-)
Okay, nun zur Sache: die Musik von Yleclipse klingt wie Klonprog aus der Hexenküche von Klonproggern, die Klonprogger geklont haben. Oder anders ausgedrückt: die Musik klingt wie Citizen Cain mit noch weniger Biss. Es hat gar nicht viel Sinn, hier die üblichen Vergleiche zu Marillion zu ziehen, denn der Klonprog dieser Sparte hat schon längst ein Eigenleben entwickelt. Neulich las ich in einer Rezension zum ersten Album der belgischen Band Ghiribizzi sinngemäß, wem ?Script for a jester?s tear? gefallen habe, der werde auch das Ghiribizzi-Album mögen. Dass das stimmt, wage ich zu bezweifeln. Aber über das ?Opus? von ?Yleclipse? könnte ich ebenso gut schreiben: ?Wem ?Playing dead? von Citizen Cain gefallen hat, dem wird auch das ?Opus? gefallen ? und dazu bräuchte er ?Script for a jester?s tear? nicht einmal zu kennen: wieso überhaupt die paar alten Marillion-Alben hören? ? Der Klonprog ist doch viel ergiebiger, es gibt viel mehr Alben davon, ständig kommt was Neues raus und Manches davon ist sogar gut produziert. Außerdem hat das Hören dieser Machwerke den Vorteil, dass man sich am Puls der Zeit fühlt anstatt zwanzig Jahre zu spät.
Natürlich gibt es eben Leute wie mich, die einfach süchtig nach Klonprog mit Madhatter-Stimmen sind und den ganzen Kram voller kritikloser Begeisterung konsumieren können. Aber wenn selbst ich mit dem ?Opus? wenig anfangen kann, gibt mir das schon zu denken.
Wer jetzt nicht mehr weiter lesen möchte, sei davon großzügig entbunden (;-), denn es ist ja klar, was nun kommen muss: die Kurzanalyse von Musik, die sich mancher längst übergehört hat.
Das größte Problem von Yleclipse liegt darin, dass nämlich von der Musik fast nichts im Ohr hängen bleibt, und das liegt wiederum daran, dass die zum Teil recht langen Tracks wie aus Versatzstücken zusammengekleistert wirken. Da mischen sich Folk-Einlagen mit Du-Di-Du-Keyboards, lange Gitarrenbögen mit abrupten Breaks, Hooklines mit jahrmarktartigen Show-Einlagen und überhaupt Kompositions-Fragmente mit unkompatiblen Riffs und sogar Gefrickel ? aber das alles hat wenig Nährwert. Typischstes Beispiel dafür ist der Song, der an sich sogar zu den besten dieses Albums zählt, nämlich ?The tale of the black-cloak?: kilometerlang baut er sich auf, bringt eine ?überraschende? Wendung nach der anderen, und nach fast vier Minuten präsentiert er eine ungemein fetzige Rockeinlage, die so richtig zum Ausfeiern einlädt. Und was geschieht? ? Richtig, auch diese Einlage bricht unvermittelt ab wie alle anderen vorher. Soll heißen: die Band hat zweifellos Potential (aus der Website geht z.B. auch hervor, wie vielseitig musikalisch gebildet die Jungs sind), aber manchmal scheint den Musikern einfach nicht bewusst zu sein, wo ihr größtes Potential liegt.
Dazu ein Beispiel, diesmal ein stilistisch ganz anders gelagertes: der vorletzte Instrumentalsong ?Carol? klingt überhaupt nicht nach Klonprog von Marillionären, sondern eher nach dem Stil von Mike Oldfield in seiner QE2-Phase. Und sofort überzeugt er viel mehr: die Gitarre kreiert Stimmung, wie sie ansonsten nirgendwo auf dem Album zu hören ist, die Drums klingen dumpf ? aber nun deutlich so beabsichtigt und nicht wie sonst, wenn ich den Eindruck bekomme, der Drummer wolle Mick Pointer an Eintönigkeit toppen. Meine unbeweisbare Vermutung: hier könnten Musiker am Werk sein, die wirklich großes Potential haben, die aber einfach viel zu viel Marillion gehört haben und ihren Gitarrenstil einseitig an Rothery messen, obwohl ihnen ein eigener Stil besser stehen könnte. Wenn schon lange Gitarrenbögen, dann sollten die auch ins Ohr und nicht am Ohrläppchen vorbei gehen, sonst kommt der Eindruck auf, die Band habe noch immer nicht den Stil gefunden, der ihrer wirklichen Natur entspricht. Aber immerhin überzeugt mich die Madhatter-Stimme. Kunststück: von so was träume ich regelmäßig nachts (kein Witz!).
Empfehlung: Wer italienischen Retroprog liebt, muss dieses Album haben. Wer Citizen Cain liebt, muss dieses Album haben. Wer ein Madhatter-Junkie ist, muss dieses Album haben.
Aber: Wer sich NICHT mit den Greisen auf dem Coverbild identifizieren will, sollte dieses Album weiträumig umgehen. Für mich dagegen ist es mal wieder genau passend?;-).
| Anspieltipp(s): |
?Reality Show? ? Da ist alles drin, was für dieses Album typisch ist, wenn es auch nicht zusammenpasst. Übrigens gibt?s auf der Band-Website auch MP3s. |
| Vergleichbar mit: |
siehe oben: Klonprogger klonen Klonprog. Länger als dieser Satz hätte der ganze Rezensionstext eigentlich gar nicht werden müssen?;-). |
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| Veröffentlicht am: |
25.7.2006 |
| Letzte Änderung: |
25.7.2006 |
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