The prisoner
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Larry Benigno |
all instruments |
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Gastmusiker
| Tony Melita |
guitar solo on "I know you love me" |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
I'm falling down
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4:29
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| 2. |
Closer than we've ever been before
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3:57
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| 3. |
Please do not lock the door to your heart
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6:50
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| 4. |
The prisoner
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6:28
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| 5. |
Johnny the waffle man
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4:46
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| 6. |
Birds
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4:38
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| 7. |
(Rodney) The pelican from Pluto
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5:00
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| 8. |
I know you love me
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4:16
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| 9. |
Sonic symphony
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5:20
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| 10. |
Ancient hieroglyphics
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6:48
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| 11. |
Nothing that you said
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3:45
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| 12. |
The unknown lover
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5:14
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| 13. |
Chasing my tail again
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2:32
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| 14. |
I see paradise
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3:38
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| Gesamtlaufzeit | 67:41 |
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Rezensionen

In letzter Zeit ging mir manchmal der Gedanke durch den Sinn, dass der Prog unserer Tage etwas mehr Humor vertragen könnte: wenn schon alle wild drauflos klonen, wieso muss das immer gähnendes Missfallen beim Hörer hervorrufen? ? Das liegt doch nur daran, dass die Klon-Bands anscheinend ihre Musik tatsächlich ernst nehmen, dass die Hörer sich zunächst auf den ernsten Anspruch einlassen, und dass sie sich schließlich mit Widerwillen abwenden, weil die Musik den ernst gemeinten Ansprüchen nicht gerecht wird. Wenn dagegen die Klon-Musiker mit weniger Ernst über sich selbst lachen könnten, dann könnten wir Hörer endlich mal mitlachen.
Der musikalische Selfmademan und Multiinstrumentalist Larry Benigno hat nun einen Zugang in diese Richtung eröffnet: schon der Bandname seines Ein-Mann-Projekts ist ein Witz ? ?Sonic Music? klingt nicht wie eine Band, sondern wie ein Label. ?Mach dich selbst zur Marke? könnte augenzwinkernd dahinter stecken.
Ebenfalls ansatzweise humorvoll, wenn auch nicht ganz ungefährlich, ist der Pressetext zu dieser Veröffentlichung, denn er trifft dort zu, wo es vergleichbare Ankündigungen oft nicht tun, und haut dabei an anderer Stelle daneben: ??energetic progressive rock in the vein of Genesis, Yes & Gentle Giant? steht dort ? und liest man andauernd, weil die Namen bekannt klingen, aber im Falle dieses Albums stimmt es wirklich mal (sogar, was den Hinweis auf Gentle Giant angeht). Dagegen ist die vorsichtige Warnung ??with just a slight touch of pop? reinste Tiefstapelei ? es sei denn, man übersetzt ?Pop? mit ?Humor?.
Leicht ist diese Musik ja nicht zu beschreiben, gerade weil sie immer wieder das Erwartete lachend zu kommentieren scheint ? aber nicht in einem intellektuell-ironischen Sinne, sondern eher, als wenn ein Passant zu streitenden Fußballfans sagt: ?Es ist doch bloß ein Spiel!?. Larry Benigno führt zum Teil fast paradeartig die Elemente vor, die jeder Progfan kennt ? das rhythmische Hakenschlagen mit Keyboard-Fanfaren in ?I?m falling?, die symphonischen Überbauten in ?Sonic symphony?, die harten Riffs in ?Johnny the waffle man?, die esoterisch-elektronischen Höhenflüge in ?Birds?, das Keyboard-Gefrickel in ?Ancient Hieroglyphics?; ab und zu gibt er mit seiner Stimme ein wenig den Madhatter, dann bringt er Stimmverfremdungen ein wie im Titeltrack, und immer scheint er andeuten zu wollen, dass das eben bloß ein Spiel ist, dass es auch anders ginge, dass selbst Prog nur eine Nebensache des Lebens darstellt, weil sich nach seiner fast vierzigjährigen Tradition die Elemente ständig (und notgedrungen) wiederholen. Aber Benigno spielt nicht den bierernsten Konservativen, er scheint uns sagen zu wollen: ?Wenn?s euch immer noch Spaß macht ? bitteschön, hier habt ihr euern Prog. Aber dann lacht auch mal darüber und über eure Besessenheit ? so wie ich es selbst tue.?
Benigno erreicht diesen Effekt vor allem durch den raffinierten Einsatz seines häuslichen Instrumentariums: auf seiner Website lassen sich ausführliche Erläuterungen zu jedem einzelnen seiner Instrumente finden, und daran erkennt man schon: der Mann ist ein gewiefter Luchs, der auch ohne weitere Bandmitglieder genau weiß, was er wo und wie einsetzen muss. Deshalb zieht er absolut schräge Gitarrenlinien in vermeintliche Popsongs und süßliche Keyboards in rhythmisch verfrickelten Prog. Außerdem scheint er ein derartig großer Fan flotter Rhythmen zu sein, dass es allein schon zum Schmunzeln reizt, wie rasant viele dieser Songs abgehen: vom etwas zu berechenbaren AOR-Schema in ?Chasing my tail again? und ?Nothing that you said? mal abgesehen ist jeder der restlichen 12 Songs ein kleines Kabinettstückchen für sich, das zu zwar kurzen, aber ergiebigen Entdeckungsreisen einlädt.
Auch die Texte scheinen zu dieser flotten Grundhaltung zu passen; leider sind sie weder in einer CD-Beilage noch auf der Website zu lesen, aber da Benigno recht deutlich singt, ist manches gut zu verstehen: ?I like to curse and call you bad names, and say that it?s only a joke? klingt wirklich witzig, wenn man es in einem solchen Ohrwurm wie ?Please do not lock the door to your heart? hört. Auch das bockig-hartnäckig hingehauene ?I know you love me!? ist ein Text-Hinhörer, weil man sofort ?typisch Mann = kleiner Junge? denken kann.
Und das war es auch schon fast, was ich zu diesem Album sagen kann, ohne eine Dissertation darüber verfassen zu müssen: zu erwähnen wäre noch, dass ? wie bei so völlig isolierten Hausproduktionen zu erwarten ? das Klangbild sich vor allem im elektronisch erzeugbaren Bereich abspielt; diesem Sound werden auch die gelegentlichen Gitarren, Bässe und Drums angepasst. Das mag zwar etwas retortenartig rüberkommen, passt aber irgendwie auch zu diesem Gesamtstil, der sich selbst nicht so ernst nimmt. Außerdem ist die technische Qualität der Produktion sehr hoch; vor allem die Abmischung ist ausgewogen, was bei elektronischer Musik erwähnenswert sein kann: z.B. die Drums (seien sie nun künstlich oder garantiert echte Fälschungen:-)) verscheppern sich nicht ungehört, sondern stellen ein schwergewichtiges Untergerüst dar, so dass das Album eine ziemlich runde Sache wird (zum sich Rundlachen?). Aber von Details mal abgesehen liegt hier ein kleines, fröhliches und zum Teil intensives Meisterwerk vor, dessen Gesamteindruck reichhaltiger ist als die Summe der Teile, die es ausmachen.
| Anspieltipp(s): |
Mal kurz querbeet hören wäre hier durchaus angebracht. Dazu eignen sich wohl auch die MP3s auf der Website. |
| Vergleichbar mit: |
Um mal nicht immer die üblichen Vergleiche zu ziehen: mich erinnert das etwas an das allererste Album von Carptree, es ist nur viel witziger. |
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| Veröffentlicht am: |
17.9.2006 |
| Letzte Änderung: |
17.9.2006 |
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