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Mnemonists

Biota

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: DYS
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Biota A 20:24
2. Biota B 20:15
Gesamtlaufzeit40:39


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Das zweite Album der Mnemonists aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts erhielt den Titel "Biota". Wenige Jahre später sollten die Musiker der Künstlergemeinschaft aus Colorado diesen Namen zu ihrem Gruppenamen machen und sich formal von den Mnemonists abspalten. "Biota" erschien 1982 in einer Auflage von 1000 Stück auf durchsichtigem Vinyl. Bis dato gibt es kein CD-Reissue des Albums.

Zwei lange Stücke befinden sich auf "Biota": "Biota A" und "Biota B". Den mit "Horde" eingeschlagenen Weg setzen die Mnemonists fort, und der führt sie weg von der komplexen Mischung aus experimenteller Kammermusik und Tonbandkollagen, die die Musik des Mnemonist Orchestra geprägt hat, hin zu freien, mitunter extrem verfremdeten elektroakustischen Klangkonglomeraten. Gab es auf "Horde" noch den einen oder anderen Abschnitt, in dem die musizierenden Instrumente erhörbar waren, Soli vom Cello z.B., oder von Blasinstrumenten beherrschte, schräge Kammermusikfragmente, hat sich die Formation um den Klangtüftler Mark Derbyshire auf "Biota" ganz elektronischen Tonschöpfungen zugewandt. Elektronisch ist dabei nicht so sehr die Tonerzeugung, als vielmehr die Klangverarbeitung. Die meisten der auf "Biota" zu hörenden Töne wurden mit relativ normalen, akustischen Instrumenten erzeugt. Deren Lautäußerungen wurden dann aber so umfangreich prozessiert, verfremdet und durcheinandergemischt, dass im Endprodukt kaum noch die Ursprünge der zu hörenden Klangmassen auszumachen sind. "Biota" ist damit das erste Album der Musiker aus Fort Collins, welches diesen bizarren, industriell-verstörenden, vielschichtigen, elektronischen Klangbrei enthält, wie er auch auf "Gyromancy" und den Biota-Alben "Rackabones" und "Bellowing Room / Tinct" zu finden ist.

"Biota" bietet ein ziemlich unbeschreibliches Chaos an Klang, industriellem Krach, konfusen Tonkonglomeraten, heftigen akustischen Flickenteppichen, sphärisch-wüsten Elektrosounds und sich dahinwälzenden Klangmassen. So ähnlicher Lärm muss im Verdauungstrakt eines Sandwurmes aus Frank Herberts Wüstenplaneten herrschen. Oder, klingt so ein Elektronenstrum in den oberen Gasschichten des Saturn? Klanggewordenes Wirrwarr aus einem Ameisenhaufen? Die Angstschreie der Kernteilchen, die im Superprotonensynchrotron der CERN herumgewirbelt werden? Die Ausdünstungen einer gigantischen, uralten Industrieanlage auf dem Mars? Das Grollen und Ächzen, welches tief in den Bergen der Rocky Mountains zu hören ist? Oder einfach nur die wirren musikalischen Gedanken einer kreativen Künstlergruppe aus Colorado?

Wie auch immer. "Biota" bietet ausgesprochen eigenartige Klänge, elektroakustische Tongemälde der eher düsteren Art, die nicht nur in den vermaledeiten 80ern ausgesprochen einzigartig dastehen. Kurzum: Ziemlich krank, aber beeindruckend, wirklich beeindruckend! Warum es dieses Album nicht auf CD gibt? Vermutlich traut sich niemand ...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.2.2007
Letzte Änderung: 24.11.2015
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mnemonists

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1981 Horde 12.00 1
1983 Gyromancy 12.00 1

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