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Julian Wich
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Julian Wich



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Zu allen 12 Album-Rezensionen von Julian Wich

Vorstellung

Selbstbeschreibung


Meine Prog-Geschichte



Los ging es bei mir, wie bei so vielen 'jüngeren' Proghörern mit Dream Theater - und das auch nicht aus freiem Himmel, sondern nur, da sich seinerzeit ein kurzes Gespräch mit meinem gitarrenversierten Cousin (oder wie der Franke so gern sagt: Kusäng) über das Können oder Unkönnen von Slash ergeben hatte. Er konterte mit Petrucci und ein paar Monate nach diesem Gespräch nahm die Geschichte ihren Lauf. Michael, danke!

Viele kleine Anlässe, Entdeckungen, Details und vor allem Zufälle führten schließlich dazu, daß ich mich heute hier, auf eben den Seiten wiederfinde, zu deren Autoren ich all die Jahre immer aufgeschaut hatte wie das 15-jährige Boygroup-Girlie zu seinen Helden (auch wenn ein gewisser Nik nix von derlei Stellenwert wissen will).

Dank der Schule ('Erziehung', die es eigentlich war, möcht ich das so direkt nicht nennen) eines gewissen Charly konnte ich nicht nur tief hinein abtauchen in die äußerst belebten (und gelegentlich etwas schrägeren) Ecken des Prog. - Er legte mir außerdem stets ans Herz, mich zunächst den Basics zu widmen, nicht zu schnell zu tief das zu erkunden, was sich als aktuelle Veröffentlichungen zunächst anbot, sondern stattdessen den Dingen auf den Grund zu gehen, um zu wissen, wie die Dinge im Prog zusammenhängen.


Über den Musikgeschmack



Meinen Musikgeschmack können die meisten meiner Bekannten und Freunde - aus ganz verschiedenen Gründen - nicht nachvollziehen. Das nehme ich ihnen nicht übel, denn Musik ist (wie vermutlich Kunst im Allgemeinen) eine sehr persönliche Geschmackssache. - Und ebenso wenig wie sie meine Vorlieben nicht in Frage stellen, würde ich ihnen sagen, was 'richtig' und was 'falsch' ist zu hören. Oder was 'richtig' und was 'falsch' in der Wahrnehmung von Musik ist. Unterschiedliche Menschen hören unterschiedliche Musik mit unterschiedlichem Wahrnehmungsschwerpunkt: ob das jetzt mehr der Kopf, das Herz oder der Bauch ist, was davon mehr oder weniger bei der Wahrnehmung von Musik (bzw. Kunst i. Allg.) zum Zuge kommt, das gehört wohl mit zu den individuellsten Charakterzügen unseres Menschseins.

Insofern bewerte ich niemanden aufgrund seiner musikalischen Vorlieben, den Schlagerliebhaber achte ich ebenso wenig geringer wie den Retro-/Neoprog-Head, oder wie ich einen Zeuhlfanatiker oder überzeugten 'Rockoppositionellen' über andere Geschmäcker erheben würde. - Hinter jedem Musikhörer verbirgt sich schließlich ein Mensch als Ganzes mit weitaus mehr Facetten, als nur seinem Musikgeschmack.

Natürlich würde ich mich im Falle eines musikalisch orientierten Austauschs mit dem Zeuhlfanatiker oder Rockoppositionellen' eher auf einem Nenner wähnen können, als mit dem Retro-/Neoprogliebhaber. Kontraproduktiv und das (vorzeitige) Ende einer jeden kommunikativen Grundlage wäre in jedem Fall, dem Gegenüber eine substantiell wertvolle Meinung abzusprechen. Denn grundsätzlich ist die Vielfalt von Meinungen eine Bereicherung, sofern sie sich nicht über andere erhebt, zumal bei etwas so subjektiv Empfundenem wie Musik. - Eine Vielfalt, die eben auch den stilistischen Reichtum des Progressive Rock kennzeichnet.

Über meinen Musikgeschmack habe ich mitunter auch die Meinung gehört, ich würde hören, was ich höre, um mich abgrenzen zu können. Also Prog als Statement à la "Ich will anders als ihr da sein!". Ein bemerkenswerter Gedanke, aber da würde ich mir vermutlich über Kurz oder Lang einen Hörkrampf in den Ohrmuskeln holen oder der Amboß plumpst irgendwann resigniert auf den Steigbügel, der zuvor schon vom Hammer plattgemacht worden war - oder so ähnlich.

Tatsächlich liegen die Dinge bei mir viel pragmatischer (und da gibt es einige Proghörer, von denen ich weiß, daß es ihnen ganz ähnlich geht): die Vielfalt des Prog machte mich schlicht süchtig. Nach der Entdeckung von Dream Theater hätte ich nicht gedacht, daß
es da draußen noch viel weiter gehen kann, daß es da noch mehr, sogar eine ganze Szene geben könnte. Und so geht das, zu einem entscheidenden Teil auch Dank der ♥♥ BBS ♥♥, immer weiter mit den Entdeckungen. Da bleibt tatsächlich nicht mehr viel Zeit, sich in zeitgenösse Popmusik einzuhören abgesehen davon, daß ich der Meinung bin, daß die Popmusik gegenwärtig keine eigene Sprache hat und daher durch nichts Bleibendes heraussticht).

Was mir nicht eigen ist, ist, meine musikalische Herkunft vergessen oder diese gar verleugnen zu können: atmosphärischer Synthiepop der 80er (wie Silent Running, Sunglasses at night oder Shattered Dreams; nicht Kate Bush, die wildert in einem anderen Revier) wird in meinem Herzen ebenso immer einen Platz haben wie der Eurodance/Dancefloor der 90er oder Charthits im Allgemeinen, die mich während dieser Zeit begleitet und mich 'geformt' haben. Letztlich waren sie alle so etwas, wie das kurze Gespräch mit meinem 'Kusäng': kleine, aber wichtige Bausteine zur Findung einer eigenen musikalischen Höreridentität.


Meine Rezensionsphilosophie / Wie ich Musik wahr-/aufnehme



Eine große Bedeutung messe ich der Prämisse "den Leser meiner Rezension interessiert nicht meine persönliche Sichtweise, was ich beim Hören der Musik empfinde, sondern, was das Album seinem Wesen nach - und so objektiv wie möglich betrachtet - hergibt" bei
(Danke Nik für die zahlreichen Gemaile in diese Richtung!). Was nicht heißt, daß nicht auch subjektive Tendenzen in meine Texte einfließen werden - aber ist die reine Objektivität denn überhaupt möglich? - Vielleicht, aber dann kämen womöglich technozentrische
Erörterungen mit Computercharakter dabei heraus und das will dann auch wieder keiner lesen (und schon gar nicht anhören).

Bleibt - wie so oft im Leben - der goldene Mittelweg. Wohl nicht das Schlechteste.

Der Kopf mag also wichtig sein, um im Prog Nuancen und (objektiv beschreibbare) Qualitätsunterschiede wahrnehmen zu können: der Bauch ist es für mich ebenso. - Fehlt mir die Bauchkomponente, hat die Kunst eines ihrer Ziele (mich als Wahrnehmenden) verfehlt.


Das Fazit



Womit ich nichts anfangen kann:


- Musik, die mir (subjektiv empfunden) nichts Neues bietet, die zitiert, ohne selbst was von Substanz zu bringen und sich daher in sehr
ähnlicher Form vielleicht auch bereits in meiner Sammlung befindet


- Musik, die sich (musiktheoretisch betrachtet) auf hohem Niveau bewegt, deren musikalischer Gehalt sich für mich jedoch 'unter der Oberfläche' des Hörbaren bewegt und nur durch die Einarbeitung in musiktheoretische Grundlagen voll erfaßbar und damit wertschätzbar wäre. Ich messe Musik (wie Kunst im Allgemeinen) immer auch eine Unterhaltungskomponente zu, die mich nicht nur kopflastig, sondern (s. oben bzw. unten) auch bauchseitig packen muß. Ansonsten ists 'Weiße Wand' und das ist fad.

Womit ich (sehr) viel anfangen kann:


- Unerhört-Neues, nicht zwanghaft im Sinne des komplett Neuen, denn auch eine spannende, so noch nicht gehörte Mixtur kann sehr
prickelnd sein


- Fordernd-Ungewohntes


- Musik, die meinen Kopf zum Duell auffordert, mein Herz berührt und meinem Bauch ein Hungergefühl nach mehr! signalisiert
wäre die Königsdisziplin


Statistik

Lesestoff-Rezensionen:0
Glossar-Beiträge:0
 
Band-Bemerkungen:3
Album-Rezensionen:12
Davon mit Wertung:12
Durchschnittswertung:10.92 (Alle Rezensenten: 9.88)

Wertungsverteilung


42%
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